Biographie

Name: Sebastian Kienle
Geboren: 06.07.1984
Beruf: Triathlet / Student der Physik am KIT
Wohnort: Karlsruhe und Knittlingen
Verein: Tri-Team Heuchelberg
Größe/Gewicht: 180cm/73Kg
Lieblings-NICHT-Triathlon-Aktivitäten: Am Rad schrauben, Kochen, Mittagsschlaf, Musik
Ziele: Kurzfristig: Schneller werden Langfristig: Hawaii gewinnen

Das sagen Andere:
„Im Wettkampf leicht reizbar, sollte man nicht ärgern.“, „Außerhalb ein netter Kerl“. „Radrennfahrer mit Laufen und Schwimmen als Hobby“

Größte Erfolge
Weltweit Erster, der bei seiner ersten Langdistanz unter der magischen 8 Stunden Marke geblieben ist
Weltrekordhalter auf den 180km Radfahren innerhalb einer Langdistanz
Shooting Star des Jahres 2009 und 2010 der Zeitschrift triathlon
Vize-Europameister 70.3 Ironman 2010
2. Platz Challenge Roth 2010 + 2011 (jeweils unter 8 Stunden)
Deutscher Meister Langdistanz 2010
Deutscher Meister Cross Triathlon 2005, 2006, 2010
Deutscher Meister Triathlon U23 2006
1. Platz Ironman 70.3 Miami 2011
1. Platz Ironman 70.3 New orleans 2011
1. Platz Ironman 70.3 Wiesbaden 2009
1. Platz Challenge Kraichgau 2009
1. Platz Triathlon Buschhütten 2008, 2009, 2010, 2011

Interview mit Colectivo33:

Sebastian, wie bist du zum Triathlon gekommen?
In einem Urlaub bei meiner Oma in Ulm war ich ein sehr nerviges Kind, weil mir so langweilig war. Mein Vater sah in der Zeitung eine Anzeige für einen Triathlon und ist mit mir als Zuschauer hin. Das hat mich so fasziniert, dass ich schon am nächsten Tag an meinem MTB die Hörner nach unten gedreht habe, um einen Rennlenker zu haben und zu trainieren. Und da ich nicht, wie sonst üblich, nach 2 Wochen wieder Basketballstar oder Handballer werden wollte, hat mich mein Vater dann beim TV Bretten/Triathlon angemeldet. Dort traf ich schon gleich auf Thomas Hellriegel und Holger Lorenz, zwei der damals besten Triathleten und von da an war ich Feuer und Flamme.

Ging es dann schnell nach oben?
Zwei Jahre später war ich mit 14 Jahren schon im Kader und der Erfolg machte Lust auf mehr.

War das nicht alles sehr anstrengend?
Anfangs war ich auch nicht so hart am trainieren wie andere Athleten, aber ein gesunder Ehrgeiz war schon früh da. Meine Eltern waren auch froh, dass ich immer etwas ruhiger wurde als früher.

Aber das Trainingspensum wird ja mit wachsendem Erfolg nicht weniger?
Ja schon, aber das ist auch Gewöhnungssache. Der Sport fordert viel, gibt aber auch viel zurück. Zuerst durfte ich in ganz Deutschland ‘rumfahren, heute darf ich durch die Welt fliegen.

Darf man als Triathlet auch mal feiern?
Es gibt sicher Menschen, die sich da selbst kasteien. Ich gehöre nicht dazu. Wer Erfolg hat, sollte den auch feiern. Und mal ein Bier ist auch so drin, der Sport sollte ja nicht alles dominieren, sonst fehlt der Spaß. Man sollte aber nicht übertreiben, weil man ja auch ein Vorbild ist.

Sebastian, es gibt da diese berühmte Bild mit dem großen Weizenglas…….
Ja, ja, aber da war alkoholfreies Bier drin. Ich habe inzwischen 3 von den Gläsern. Aber jetzt mal ehrlich: Weizen ist ein gutes Getränk……und natürlich auch Bionade.

Du bist ja jetzt offiziell Profi, was hat sich dadurch verändert?
Ich erfahre den großen Anti-Dopingkampf jetzt am eigenen Leib und lese nicht bloß drüber. Das ist auch gut so. Das schlechte Gewissen ist seitdem schneller da, wenn ich mal nicht trainiere und meine Mutter sieht mich schon auf der Straße sitzen. Aber ich habe mein Vordiplom und höre auch nicht auf mit dem Studium.

Sebastian, du sollst ja eher ein lockerer Typ sein. Warum?
Ich unterscheide sehr zwischen Wettkampf, Training und der Zeit dazwischen. Ich lasse nicht das ganze Leben vom Sport bestimmen und überlege auch nicht, ob mich jetzt Nutella oder Marmelade auf dem Brötchen schneller machen könnten. Im Wettkampf und auch im Training konzentriere ich mich auf mein Ziel, aber danach ist auch gut.